Hofpost #5: Wichtige Infos zu Ernteanteilen im Januar/Februar & mehr

Hallo liebe Mitglieder des Grünen Zebras,

jetzt melden wir uns noch einmal kurz vor den Feiertagen, um Euch soweit möglich eine friedliche und entspannende Zeit zu wünschen und Euch neben positiven Gedanken auch Neuigkeiten zu senden. Wir denken aber auch an alle, die an den Feiertagen (lohn-)arbeiten müssen – davon bleibt ja auch die Landwirtschaft nicht verschont.

Neues vom Acker 

Die meisten Kulturen sind vom Acker verschwunden. Allerdings wurden einige Reihen Möhren unter wärmendem Vlies verpackt, sodass sie draußen überwintern können und dann im Frühjahr zum Verzehr bereitstehen. Sie werden dann hoffentlich genauso lecker, wie die, die wir derzeit ausgeben. Vielleicht habt ihr bemerkt, dass sie besonders süß sind? Dafür haben die späte Ernte und leichte Bodenfröste gesorgt. Auch unser Porree bleibt über den Winter auf dem Acker und wartet auf das Frühjahr, in dem er dann noch etwas zulegen kann. Zudem wächst in den Tunneln fleißig einiges an Wintersalat. Doch wenn draußen die Tage am kürzesten sind und Temperaturen um den Gefrierpunkt vorherrschen, wachsen Feldsalat und Co. nur noch sehr langsam. Daher ist hier noch ein wenig Geduld bis Anfang des neuen Jahres gefragt, bis die Wintersalate erntereif sind.

Da wir weniger Zeit auf dem Acker verbringen, bleibt mehr Zeit für die Tierpflege. Die Kühe sind nun von der Weide komplett in ihr Winterquartier umgezogen und müssen dort regelmäßig ausgemistet und versorgt werden… das hält warm! 

Allgemein blicken wir auf ein ereignisreiches und für uns spannendes Jahr 2021 zurück und freuen uns, mit Euch gemeinsam die Saison abzuschließen. Wir sind begeistert von den Erinnerungen an weiße Apfelblüten, reiche Tomatenernten, zarte Pflücksalate, dicke Zucchinis und Auberginen. Manche Kulturen haben uns selbst etwas überrascht, zum Beispiel die nicht endende Physalis, 15 kg schwere Kürbisse, die alten und sehr leckeren Apfelsorten, der rote Spitzkohl oder der leicht wachsende schwarze Rettich mit großem Ertrag. Wir wissen aber auch, dass manche Erträge kleiner ausgefallen sind als gedacht, die Anteile in den ersten Wochen nicht so üppig waren und es beispielsweise im Sommer fast keinen Kopfsalat gab. Ein paar Erklärungen dafür sind der sehr feuchte und nicht so heiße Sommer, der das Kraut hat sprießen lassen, ein Schnecken- und Hasenparadies war und damit unseren kleinen, frisch gepflanzten Pflänzchen manchmal keine Chance zum Überleben gegeben hat. Zudem hatten wir im Sommer leider eine große Lieferung mit Anzuchterde, die nicht die richtigen Bestandteile hatte, weswegen die Aussaat nicht groß geworden ist. Bis wir den Fehler mit der Firma bereinigt hatten, sind auch da leider einige Wochen verstrichen, die uns in einen ungünstigen Rückstand mit Jungpflanzen gebracht haben. Wir lernen aus all dem und sehen daraus vor allem ein Potenzial, uns nächstes Jahr weiter zu verbessern.

Ernteanteile und Gemüse

Neben Essen ist eine klassische Tätigkeit zum Ende des Jahres ja, das vergangene und das kommende Jahr zu reflektieren. Im Zuge dessen haben wir gründlich unseren Keller durchforstet und durchgewogen und festgestellt, dass die Vorräte an Lagergemüse schneller schrumpfen als geplant. Auch in den Tunneln sind bald die letzten Mangoldvorräte abgeerntet und das Gemüse geht langsam zur Neige. Um Euch nicht wöchentlich für kleine Mengen in die Depots zu holen und auch die Logistik zu sparen, haben wir uns entschieden, im Januar und Februar 2022 nur alle 14 Tage zu liefern, dafür vernünftigere und größere Wintermengen. Die verbleibenden Liefertage für diese Saison sind somit:

30. Dezember 2021
13. Januar 2022
27. Januar
10. Februar
24. Februar

Wir haben dazu länger diskutiert und beide Varianten abgewogen. Aus unserer Sicht ist das Modell der zweiwöchigen Lieferungen im Winter das passendere. Gebt uns gerne Rückmeldungen, falls das für Euch gar nicht passen sollte: mitglieder@das-gruene-zebra.de

Dass die Ernteanteile im Winter kleiner werden, ist in einer saisonalen, regionalen Gemüsegärtnerei ohne Zukauf Normalität. Dass es von Februar bis Juni nicht so üppige Erträge und weniger Lagergemüse mehr gibt, ist daher auch nicht verwunderlich. 

Zudem ist es so, Wintergemüse eher zu den anspruchsvolleren Kulturen bzgl. Anbau und Lagerung gehört. Wird im Sommer nicht richtig geackert, sind die Erträge deutlich kleiner. Auch die richtigen Lagerbedingungen müssen stimmen. Viele Gärtnereien machen daher eine komplette Pause nach dem Herbst bis in den nächsten Sommer hinein. Wir möchten Euch gerne möglichst lange in den Winter hinein mit Gemüse versorgen, haben uns aber in diesem ersten richtigen Jahr in der Planung etwas verschätzt. Das wünschen wir uns anders für die kommende Saison und möchten uns diesbezüglich gerne weiterentwickeln. Aber es ist eben auch unser erstes Jahr und wir hoffen auf Euer Verständnis, dass dieses Mal noch nicht alles perfekt lief.

Zum Prinzip der solidarischen Landwirtschaft gehört es daher auch, dass wir unter Euch Mitgliedern die Ernte aufteilen, die es gerade gibt. Dadurch hatten wir im Spätsommer sehr große Anteile, im Winter wird es entsprechend weniger Ernte. Betriebskosten haben wir jedoch relativ konstant ganzjährig. Deswegen ist es für uns eine große Unterstützung, dass Ihr nicht das einzelne Produkt pro Kilogramm, sondern den Hofbetrieb insgesamt mit Euren monatlichen Abschlägen mittragt.

Perspektiven

Kurz vor Weihnachten ist unsere komplett ehrenamtliche Orgaarbeit ein bisschen in den Hintergrund gerückt. Trotzdem verfeinern wir in den AGs weiterhin das Konzept fürs nächste Jahr, sitzen an Finanzplänen, Anbau- und Stellenplanung, Öffentlichkeitsarbeit und Infrastruktur sowie der Vorbereitung für die neue Saison. 

Verein & Organisatorisches

Unsere Mitgliederversammlung wird sehr wahrscheinlich am 3. Februar 2022 digital stattfinden. Wir laden Euch rechtzeitig zu Beginn des neuen Jahres dazu ein! 

Zudem suchen wir weiterhin nach eine*r weiteren Gärtner*in. Sagt gerne Euren Bekannten und Interessierten Bescheid. Falls Ihnen eine Leitungsposition zu anspruchsvoll erscheint, freuen wir uns auch über kleinere Unterstützung in unserem Team.

Falls Ihr es auf der Homepage noch nicht gesehen habt, wir wurden im Oktober erneut EU-ÖKO-022 zertifiziert. Auch wenn wir meist auf das Logo verzichten, hier könnt ihr die Bescheinigung einsehen: https://www.bioc.info//document/html?document=e213e922-cb8f-49b7-86cc-97af86cdcecf

Termine, Aktionen, Mitarbeit

Wie bereits im letzten Newsletter angekündigt, führen wir derzeit im Winter keine regelmäßigen Aktionstage durch. Wir freuen uns aber, wenn im nächsten Jahr alle Anteilsnehmer*innen zumindest einen Tag auf dem Hof mitarbeiten möchten und stellen Euch die Termine frühzeitig mit einem Kalender zum Eintragen zur Verfügung.

Da es manche von Euch vielleicht nicht wissen, möchten wir Euch darüber informieren, dass Ernteanteile auch durch regelmäßige (in der Regel wöchentliche) Mitarbeit auf dem Hof oder Orgaarbeit in den AGs erarbeitet werden können, statt einen finanziellen Beitrag zu leisten. Bei Fragen dazu, wendet Euch gerne an mitglieder@das-gruene-zebra.de

Danke für Eure Unterstützung, Mitarbeit, Solidarität und Rückmeldungen in diesem Jahr! Wir freuen uns, dass wir gemeinsam mit Euch unser erstes komplettes Kalenderjahr als Solawi abschließen können. Wir wünschen Euch Guten Appetit mit dem Anteil vom 30.12. und dann einen ruhigen Jahreswechsel. Wir freuen uns auf den Austausch und die Zusammenarbeit mit Euch im nächsten Jahr!

Viele Grüße

Eure Zebras

HOFPOST #4:

Hallo liebe Mitglieder des Grünen Zebras,

die Tage werden kürzer und es ist ungemütlich draußen. Trotzdem passiert in der Gärtnerei in Riede noch eine ganze Menge und im Verein laufen die Vorbereitungen fürs nächste Jahr auf Hochtouren. Bevor das Jahr nun ganz um ist, setzen wir unser Vorhaben eines regelmäßigen Newsletters um und werden Euch nun alle 14 Tage mit Post vom Hof beglücken.

Neues vom Acker

Zur Zeit machen den Hof und die Felder immer noch winterfest. Wir räumen Kulturschutznetze und Vliese von den Ackern auf, bereiten die abgeernteten Felder für Molchen vor und reparieren Geräte und Maschinen. In der Winterzeit findet die meiste weitere Arbeit in den Folientunneln statt. In unserem großen Auberginenhaus wurden in den vergangenen Monaten Wintersalate geplanzt. Feld- und Asiasalat, Winterpostelein und Spinat wachsen hier jetzt geschützter als im Freiland fleißig weiter.

Unser Anzuchthaus verfügt zum Glück über beheizbare Anzuchttische. Hier wird ausgesät und vorgezogen: Alle drei großen Tische sind jetzt komplett mit Feldsalat und Spinat in Quickpots voll, damit wir Auch auch im Frühjahr frische Blättchen weitergeben können. Außerdem ist die Anzucht AG mitten in den Vorbereitungen für 2022. Wir werten die vergangene Saison aus, machen die neue Mengen- und Anbauplanung und werden danach wieder neues Saatgut fürs nächste Jahr bestellen. Dafür interessiert uns auch Eure Meinung (siehe unten)!

Ernteanteile und Gemüse

Wie ihr gemerkt habt, sind die Anteile in den letzten Wochen ein bisschen kleiner geworden. Das ist nicht verwunderlich, denn die Hochsaison auf dem Acker ist nun längst vorbei. Wir versuchen in dieser Jahreszeit, eine gute Mischung aus unserem Lagergemüse und frischem Grün zusammenzustellen. Deshalb gibt es über die Wintermonate zum Beispiel Kartoffeln, unsere Lieblingsmöhre Rodelika, den super gesunden schwarzen Rettich, die restlichen Kürbisse zusammen mit Grünkohl, Mangold oder bald Porree und den Winterblattsalaten wie Spinat, Feldsalat und Postelein. Wir haben dieses Jahr leider weniger Kohl als geplant, da dieser im feuchten Sommer von Schnecken heimgesucht wurde und wir beim krauten nicht ganz hinterhergekommen sind… Wir hoffen aber, Euch bald eine kleine Auswahl an Rosenkohl mitgeben zu können.

Die Ernteanteile in dieser Saison und Eure Verträge laufen bis Ende Februar 2022. Danach starten wir in ein neues Gartenjahr und hoffen natürlich, möglichst viele von Euch dabei zu haben! Momentan planen wir, in welchem Turnus unsere Ernte in den Frühlingsmonaten März und April weitergeht. Wir denken, dass wir ab Mai wieder wöchentliche Anteile zusammenstellen.

Wir möchten gern wissen, was Ihr gut fandet, was Euch in der Saison nicht gefallen hat und was Ihr anders haben möchtet. Deshalb schicken wir Euch in Kürze auch eine Umfrage, in der Ihr uns ein Feedback zur Zufriedenheit und zum Gemüse dieser Saison, zu Mengen, Kritik, Lob und Auswahl geben könnt. Wir freuen uns über große Beteiligung von Euch!

Wir wissen bereits, dass in der kommenden Saison Ernteanteile frei werden. Also erzählt gerne schon einmal weiter oder streut unsere Kontaktdaten mitglieder@das-gruene-zebra.de, wenn neue Menschen mitmachen möchten.

Perspektiven

In den organisatorischen und strukturellen Arbeitsbereichen des Zebras wird gerade mit Hochdruck an einem langfristigen Konzept für die kommenden Jahre gearbeitet. Über das Bundesnetzwerk Solawi haben wir Ende Oktober eine Aufbauberatung in Anspruch genommen. Zwei Tage haben wir uns mit Karl Giesecke von der Leipziger Solawi Rote Beete über seine und unsere Erfahrungen ausgetauscht und einen strukturierten Beratungsprozess begonnen. Am Ende wird eine Vision für Das Grüne Zebra für den Zeitraum bis 2026 stehen und eine lange Aufgabenliste, die wir dann zusammen mit Euch angehen wollen. Neben der Vision planen wir gerade den neuen Etat, verfeinern das gärtnerische Konzept, machen uns Gedanken zur Pacht und Übernahme und bereiten die neue Saison vor.

Verein & Organisatorisches

Dieses Jahr war nicht immer alles leicht und vieles ist immer noch in der Entwicklung. Trotzdem haben wir uns entschieden, weiterzumachen. Dafür arbeiten wir gerade viel am Thema Struktur und Professionalisierung und möchten im kommenden Jahr mehr bezahlte Stellen schaffen, um eine verlässliche Konstanz und mehr Ordnung in den Hofbetrieb und die Arbeitsabläufe zu bekommen. Dafür suchen wir weiterhin intensiv nach eine:r Gärtner:in mit fachlichem Hintergrund im ökologischen Gemüsebau und/oder der kleinskaligen Landwirtschaft, die oder der sich an der Arbeit auf dem Hof beteiligen möchte. Für viele kleine und große gärtnerische Entscheidungen und Arbeiten haben wir einen Bedarf an mehr qualifizierten angestellten Personen auf dem Hof. Auch wir ehrenamtlichen Solawistas brauchen in vielen Fällen eine klare Anleitung, um wirksamer zu unterstützen.

Matti, unser bisherige Gärtner, hatte uns bereits zu Jobantritt zugesagt, für eine Saison unsere Konstante in Riede zu sein. Er wird den Job in der nächsten Saison daher nicht in dieser Form weiterführen. Wir wissen, dass viele Gärtnereien und Solawis händeringend nach Gärtner:innen suchen, denken aber auch, dass wir als Grünes Zebra durchaus etwas zu bieten haben. Als Betrieb seiner Mitglieder sind die Menschen, die mit dem Zebra arbeiten, Teil eines motivierten Teams und werden gut, d.h. fair bezahlt. Letzteres ist leider auch im Ökolandbau keine Selbstverständlichkeit. Wir helfen auch gerne bei der Suche nach einem schönen Wohnort in der Nähe des Hofes mit. Bitte leitet unsere Suche weiter und erzählt Menschen davon, die sich für einen solchen Job interessieren! Hier findet ihr die Ausschreibung: https://das-gruene-zebra.de/jobs/

Wenn ihr euch in die Orgaarbeit des Vereins einbringen möchtet, meldet euch gerne bei uns. Wir haben ein 14-tägiges Plenum, bei dem wichtige Punkte besprochen und entschieden werden. Dazwischen treffen sich die unterschiedlichen AGs selbstständig. Das Plenum ist offen für alle Vereinsmitglieder und findet derzeit online statt.

Wir machen viel von Hand, aber zum Glück nicht alles. Auf dem Hof gibt es eine Motorfräse, die fit gemacht werden will. Als Akademiker:innen-lastige Gruppe suchen wir jemanden, der sich mit Motorfräsen auskennt. Ihr seid selbst Profi, semi-Profi oder kennt Landmaschinenmechaniker:innen? Dann schreibt uns gerne an: info@das-gruene-zebra.de.

Termine, Aktionen, Mitarbeit

Der Tag vor Weihnachten ist dieses Jahr ein Donnerstag. Wir haben uns deswegen entschieden, die Ernteanteile am 23. Dezember ausfallen zu lassen und Euch stattdessen am 15. Dezember mehr zu liefern.

Wir freuen uns weiterhin über eure Mitarbeit! Auch im Winter. Gerne könnt ihr mithelfen, den Hof winterfest zu machen und die aktuellen Pflänzchen in den Folientunnel bewundern, die trotz ungemütlichen Wetters fleißig wachsen. Wer mal am Wochenende oder unter der Woche vorbeischauen möchte: Herzlich willkommen! Wem es im Winter zu kalt ist: Bei uns gibt es Thermohandschuhe, manche Aufgaben finden auch in den Gewächshäusern statt und ansonsten veranstalten wir auch im Frühjahr wieder viele Mitmachaktionen. Anmeldung für Aktionstage und Mitarbeit gerne an: mitglieder@das-gruene-zebra.de

Anfang des neuen Jahres werden unsere Mitgliederversammlung und die Bietrunde für die kommende Saison stattfinden. Wir bereiten gerade beides vor und Ihr bekommt im Januar eine offizielle Einladung. Vermutlich wird es leider eine Online-Veranstaltung werden müssen… 

Wir wünschen Euch einen ruhigen und gemütlichen Dezember mit heißer Kürbissuppe oder leckeren Ofenkartoffeln!

Bis bald, Eure Zebras

Umfrage zur PLANUNG DER SAISON 22/23

Liebe Mitglieder und Zebra-Interessierte,

um einschätzen zu können, wie viele von euch in der kommenden Saison wieder einen Ernteanteil beziehen möchten, machen wir hier eine kleine Umfrage für den ersten Überblick.

Hier geht es erstmal nicht um eine verbindliche Zusage, sondern darum, eine Tendenz abzubilden, also stimme gerne auch ab, wenn du noch nicht 100% sicher bist.

Möchtest du/Möchtet ihr in der Saison 2022/3 (weiterhin) einen Ernteanteil beziehen?

  • Eher ja (68%, 38 Votes)
  • Eher nein (32%, 18 Votes)

Total Voters: 56

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Wir planen derzeit noch eine Umfrage für weitergehendes Feedback von euch!

Viele Grüße und einen gemütlichen Jahresrest euch 🙂

HOFPOST # 3 – Der Winter kommt… und die nächste Saison auch

Liebe Zebra-Freund*innen und Interessierte, 

bei uns gibt es gerade vor allem zwei große Themen: die Vorbereitung auf die kommende Saison und die Vorbereitung auf die kälteren Tage. 

Damit wir auch im Winter etwas zu essen haben, sind wir gerade dabei, die Tunnel von den Tomaten-, Paprika-, Gurken- und Auberginenpflanzen zu befreien, um Platz für Postelein, Mangold, Asia-Salat und sonstige Köstlichkeiten zu machen. 

Außerdem müssen die Kulturen, die auf dem Acker wachsen oder gewachsen sind, sich aber mit Frost nicht so gut vertragen eingeholt und eingelagert werden. Am vergangenen Wochenende haben wir zum Beispiel die Kürbisse vom Acker geholt. Die Spaghettikürbisse hatten ja leider ein paar kleine Frostspuren, alles in allem sind wir mit der Ausbeute aber ganz zufrieden. 

In den nächsten Wochen steht vor allem die Einlagerung von Möhren, roten Beeten oder frostempfindlichen Kohlsorten an. Dabei freuen wir uns sehr über Unterstützung, falls du dabei sein willst, melde dich gerne! 

Darüber hinaus denken wir intensiv über die kommende Saison nach. Dafür reflektieren wir, was dieses Jahr gut, und was weniger gut gelaufen ist. Auch überlegen wir, wie wir unser Team im nächsten Jahr aufstellen wollen. Es hat sich herauskristallisiert, dass wir gerne weitere Gärtner*innen anstellen würden, um neues Wissen und Entlastung für die Ehrenamtlichen auf den Hof zu bringen. Dafür haben wir schon eine Stellenausschreibung auf unserer Website, teilt die gerne, wenn ihr einen Menschen kennt, für den das interessant sein könnte! Für diesen Prozess haben wir uns kompetente Beratung aus dem Solawi-Netzwerk organisiert, die uns geholfen hat und weiter helfen wird, unsere Gedanken zu ordnen. 

Glücklich gemacht hat uns in den letzten Wochen der Tag der offenen Tür in Verbindung mit dem Hoffest. Dort hatten viele Menschen die Gelegenheit, den Hof vielleicht auch zum ersten Mal zu sehen und auch mit dem gärtnerischen aktiven Team in Kontakt zu kommen. Hier konnte der Hof nochmal zeigen, dass er mehr ist als ein Arbeitsort und wir freuen uns schon, auf ähnliche Veranstaltungen in der Zukunft! 

Wir sind gespannt, was noch kommt und hoffen, ihr seid weiter mit dabei! 

HoFPost #2 – TomatenLIEBE & SOMMERENDE

Es ist September und somit sind wir nach dem phänologischen Kalender mitten drin im Frühherbst…das ist die Zeit der Kartoffelernte, der Ernte von Äpfel, Birnen und Zwetschgen…die Zwiebeln werfen ihr grün ab und wurden bereits aus der Erde geholt und trocken nun für den Winter. Wenn man entlang der Felder spazieren geht, kann man die ersten reifen Brombeeren naschen und die schwarzen Holunderbeeren warten darauf zu Saft oder Sirup verkocht zu werden – für eine extra Portion Vitamin C im Winter.

Und auch wenn die Sonne in diesen Tagen nochmal für warme Tage sorgt, haben wir in Riede schon den Blick auf den Winter, damit wir euch durchgehend mit leckerem Gemüse wie Spinat, Grünkohl, Kohlrabi, Feldsalat versorgen können.

Die Tomatenernte war dieses Jahr trotz hoher Luftfeuchtigkeit und daraus resultierender Krankheit der Tomatenpflanzen gut und wir konnten in den letzten Wochen reichlich tolle und vielfältige Tomaten in eure Anteile geben. Da die Tomatensaison aber leider nicht ewig anhält, wollten wir euch noch vor dem Ende der Tomatenzeit ein paar unserer Lieblingssorten vorstellen. Dann wisst ihr, welche Sorten ihr hoffentlich gerne gegessen habt..

Grünes Zebra (keine Überraschung, ist ja schließlich unsere Namensgeberin): Ist eine mittelgroße gelbgrün geflammte Strauchtomate. Sie hat ein tolles grün-gelb mit saftigem Fruchtfleisch und ist leicht zitronig im Geschmack. Dazu ein echter Hingucker.

Ruthje (auch bekannt als „ die Ruth“) ist die kleine rote Strauchtomate mit der kleinen Spitze unten. Sehr milder und süßer Geschmack mit wenig Säure. Eignet sich gut zum Naschen oder im Salat.

German Gold oder auch Ananastomate ist eine Tomate mit gold-gelben bis orange-roten großen Früchten. Festes und saftiges Fruchtfleisch, das ein wenig an das einer Khaki erinnert. Am besten pur oder auf eine Scheibe Brot mit Pfeffer und Salz. Die German Gold ist ein alte deutsche Fleischtomate mit unverkennbarem Geschmack. Tip: Am besten quer aufschneiden, dann sieht man die tolle Färbung im Inneren.

Black Cherry / Schwarze Kirsche ist die kleine dunkelrot bis violette Cherrytomate die ein sehr süßliches Aroma hat und tatsächlich ein bisschen an den Geschmack von Kirsche erinnert, wenn man die Augen zu macht und sie einfach nur genießt.

Generell sind unsere Fleischtomaten sehr gut für eine frische Tomatensuppe oder -sauce oder zum Kochen von eigenem Ratatouille (z.b. mit unseren Zucchini und Auberginen) geeignet. Zum Würzen empfehlen wir frischen Basilikum oder auch Bohnenkraut und Thymian.

Wir hoffen ihr findet die Tomatenvielfalt auch so toll wie wir und genießt noch die warmen sonnigen Tage!

Und bevor ihr geht, hier noch ein paar Eindrücke…

HOFPOST #1 – Aller Anfang ist schwer?

Drei Monate nach dem Start in unsere zweite Saison starten wir hiermit einen Newsletter. Wir möchten dabei sowohl Infos über die praktische Arbeit auf dem Hof, wie auch über strukturelle Fragen, die den Verein und die Struktur der Solawi betreffen, mit euch teilen…. Los geht’s!  

Auf dem Hof hat eine buntere Zeit begonnen. Wie ihr vielleicht erleben konntet, haben die ersten Tomaten neue Farben in die zuvor ziemlich grünen Anteile gebracht. Außerdem haben wir in den letzten Wochen die ersten goldenen Frühkartoffeln ausgraben. Da sie noch sehr dünne Schalen haben, läuft das derzeit komplett manuell. Das kann zwar ganz schön anstrengend werden, lohnt sich aber, wie wir finden, allemal. Auch in diesem Jahr mussten die Kartoffeln durch regelmäßiges absammeln von Kartoffelkäfern geschützt werden. Hätten wir das nicht gemacht, fräßen die Käferchen das Grün der Pflanzen und die Kartoffeln könnten nicht mehr richtig wachsen. Umso schöner war es dann, die erfolgreich gefüllten Kisten in den Transporter zu laden! 

Und auch wenn wir uns gerade am liebsten nur an den tollen Sommerkulturen erfreuen würden, ist jetzt auch schon Zeit, an die Versorgung im Winter zu denken. Dafür wurden diese Woche hunderte Grünkohlpflanzen eingesetzt… auf dass sie sich gut entwickeln mögen!

Wie in vielen ökologisch bewirtschafteten Gärtnereien, sprießt auch bei uns fröhlich das Beikraut. Das ist nicht nur schlecht! Ein Teil davon findet immer mal wieder seinen Weg z.B. in den Wildkräutersalat. Trotzdem braucht natürlich auch unser Gemüse Platz und Licht und deswegen fand am vergangenen Samstag ein dem Unkraut jäten gewidmeter Arbeitseinsatz statt. Vor allem der Rosenkohl, der noch viel Wachsen muss, bis er im Anteil landet, wurde von Beikraut befreit. Besonders schön ist es natürlich, dass sich zu dem Anlass auch ein paar Anteilsbezieher*innen auf den Hof getraut haben – ihr seid herzlich willkommen J

Abseits des rein Gärtnerischen hat unsere Bildungsarbeitsgruppe mit ihrem ersten kleinen Event offiziell die Arbeit aufgenommen. Zusammen mit anderen Initiativen aus dem Bereich Ernährung haben sie auf dem Goetheplatz unser Projekt mit Honig- und Marmeladebroten vorgestellt. Wir sind gespannt, was in Zukunft da noch folgt!

Nun ein bisschen zum strukturellen „Großen und Ganzen“… 

Was bisher geschah, war ja in vorangegangenen Rundmails zu lesen… Nach der Probesaison im letzten Jahr haben wir uns in diesem Jahr durch verschiedene Schritte näher an unser Ziel, den Gärtnerhof Schmidt in eine Solawi umzuwandeln, bewegt. Wir haben einen Verein gegründet, einen Mitarbeiter eingestellt und geben im Vergleich zur Saison im letzten Jahr etwa doppelt so viele Anteile raus, wobei die Preise über das Solawi-typische Bietrundenverfahren ermittelt wurden.  

Neben diesen Erfolgen, macht sich zunehmend auch eine gewisse Unsicherheit breit, die wir auch von den Mitgliedern gespiegelt bekommen. Die Anteile haben erst jetzt langsam die Größe, wie wir sie uns – und den Rückmeldungen zu urteilen – auch ihr euch, wünschen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Frühling eher weniger Ernte eingefahren werden kann. Zu dieser Zeit sind die Vorräte des Winters aufgebraucht oder nicht mehr zu gebrauchen und der Nachschub hatte noch nicht genug Zeit und Wärme, um zu wachsen. Bei uns kam in diesem Jahr dazu, dass wir kein Lagergemüse hatten, da wir den Winter über eine Pause zur Neustrukturierung eingelegt haben. Auch war 2021 lange kälter als die Vorjahre, sodass wir die Kulturen später als geplant nach draußen pflanzen konnten. 

Es war zwar nicht zu erwarten, dass zu einem noch relativ frühen Punkt im Projekt alles wie gewünscht läuft. Dies hätten wir transparenter machen müssen. Wir waren diesbezüglich selbst zu naiv. Wir machen uns zu dem Thema regelmäßig Gedanken, sind zwar weiterhin optimistisch, sehen aber auch Handlungsbedarf. Dabei haben wir schon ein paar Problemquellen identifiziert, die aber nicht unmittelbar zu beheben sind. 

Aber aus Fehlern lernen auch wir! Wir haben immer noch die Vision, dass Das Grüne Zebra langfristig leckeres, vielfältiges, ökologisch angebautes Gemüse für euch & uns produziert. Am schönsten wäre es natürlich, wenn die Mitglieder uns lange Zeit treu bleiben und die hoffentlich positive Entwicklung mitverfolgen können. 

Trotzdem… wir wissen, dass Solidarität und Vertrauen auch Grenzen haben. Da wir uns wünschen, dass nicht nur wir, sondern auch ihr langfristig Freude an dem Projekt Solawi behaltet, möchten wir unsere Mitglieder zeitnah zu einem richtigen Gespräch darüber einladen, warum nicht alles so klappt, wie wir es uns wünschen und was unsere Ideen sind, daran zu arbeiten. Wir freuen uns auch auf eure Perspektive! Das ist auch eine gute Gelegenheit, einander besser kennenzulernen, nachdem in den letzten eineinhalb Jahren alles ja sehr distanziert ablief. Der Rahmen des Gesprächs wird sich auch danach richten, wie viele Menschen sich anmelden. Zeitnah mehr dazu!