Liebe Mitglieder und Freund*innen des Grünen Zebras,
Wie versprochen: In diesem Newsletter gibt es ein herbstliches Ernte und Lagerkulturen Themenspezial. Und nun ist es wieder so weit, Ihr könnt Euch für die nächste Saison anmelden!
Über diesen Link könnt Ihr Euch Euren Platz für die Bietrunde und die kommende Saison sichern.
Wir freuen uns auf die kommende Saison mit Euch!
Falls Ihr Euch noch nicht sicher seid, ob Ihr wieder einen Anteil beziehen wollt oder Ihr Euch schon sicher seid, dass Ihr keinen Anteil beziehen wollt, könnt Ihr uns das über diesen Link mitteilen.
Danke für Eure Rückmeldungen.

Neues vom Acker
Alle reden vom Wetter. Wir auch. Jeden Tag.
Auch wenn jetzt das Herbstwetter so richtig zur Geltung kommt, war das Wetter in diesem Jahr zu unserem Gemüse wirklich sehr gut. Nichtsdestotrotz hält das Wetter uns weiterhin gut auf Trab: Wir hatten die erste Frostnacht, welche unseren Kürbissen teilweise leicht zugesetzt hat und uns auch bei Bodenfrostwarnungen schnell noch über die sensibelsten Kulturen ein wärmendes Vlies legen lässt. Der jetzt einsetzende Regen ist natürlich willkommen, hat uns aber auch schnell noch die Kopfköhler ernten lassen, damit sie sich nicht zu doll vollsaugen und in der Folge dann platzen. Die natürlich anstehenden Herbststürme lassen uns letzte Sicherungen an den Folienhäusern vornehmen, damit uns nicht die Folien reißen (wie es in den letzten Jahren leider immer passiert ist).
Denn: Unten den Folien tut sich gerade sehr viel. Die Tomaten-, Gurken- und Bohnenkulturen sind geräumt und machen Platz für unsere leckeren Herbst- und Winterkulturen, wie Spinat, Feldsalat, Stielmuß, Barbara-Kraut, Petersilie, Wegerich oder Asia-Salate. Durch diese direkte Nachfolge nutzen wir den Platz im geschützten Anbau am effizientesten und können so auch in der eher kargen Winterzeit für alle genug Grünzeugs in die Anteile machen.
Nichtsdestotrotz sind wir grade noch sehr viel auf dem Acker unterwegs, denn die Ernte fürs Winterlager ist noch im vollen Gange. Anfang Oktober haben wir die letzten Kartoffeln aus der Erde geholt und uns dabei mehrfach die Augen reiben müssen, was weniger am Ackerstaub lag, als an der schieren Menge an Knollen, die uns der im letzten Jahr angeschaffte Kartoffelroder aufs Förderband und in die Kartoffelsäcke gelegt hat. Knappe fünf Tonnen Kartoffeln haben wir dieses Jahr ernten dürfen. Verantwortlich dafür ist natürlich wie immer das Wetter, aber auch ein guter Standort und einen Sortenmix, der die weniger ertragreiche und für unseren Roder eher ungeeignete Blaue Anneliese aus dem Sortiment hat fallen lassen. Zeitgleich zur Kartoffelernte stand die Zwiebelernte auf dem Programm. Auch hier haben wir anfänglich staunen müssen, was eine optimale Wasserversorgung, ein guter Standort und die richtigen Hackgänge zur richtigen Zeit bewirken können – nämlich so dicke Speisezwiebeln, wie sie in der Geschichte des Grünen Zebras noch nie gesehen wurden. Womit wir auch schon bei den nächsten Rekorden sind: Die Kombination aus einer guten, bodendeckenden Folie und unserem ersten, in der Kultur verlegten Tröpfchenbewässerungssystem und perfektem Bewässerungsplan, haben uns eine Kürbisernte verschafft, wie wir sie noch nie hatten. Butternut-Kürbisse in ungekannten Größen und eine Menge an Spaghetti-, Hokkaido- und Sweet-Dumpling-Kürbissen haben bestimmt in der Rieder Nachbarschaft zu einiger Verwunderung geführt, ob des begeisterten Jauchzens der erntenden Zebras. Und mal ehrlich, beim Weiß- und Rotkohl ging es so weiter – waren letztes Jahr die Kopfköhler bei uns eher mickrig, so haben sie sich ihr Wachstum für dieses Jahr scheinbar aufgehoben. Ebenfalls schön groß, aber irgendwie schon gewohnt stabil sind dieses Jahr die Beten gewachsen. Weil wir letztes Jahr so gute Erfahrungen mit der Lagerfähigkeit und allgemein mit dem Ertrag gemacht haben, haben wir dieses Jahr vermehrt noch die wunderschöne Ringelbete und die etwas süßlichere Gelbe Bete angebaut.
Die große Herausforderung, vor der wir als Grünes Zebra jedes Jahr stehen, ist: „Wie schaffen wir es auch in der Zeit, in der nur sehr wenig wächst, leckere Anteile zusammenzustellen?“ Und hier kommt das Lager ins Spiel. Im Keller haben wir ideale Bedingungen für das Lagern von Knollen und Wurzeln. Bis unter die Decke stapeln sich da jetzt die Kartoffeln. Rote, Gelbe und Ringelbete werden grade eingelagert und auch Steckrübe, Möhre, Pastinake, Knollensellerie und Lagerrettich werden wir dort in den nächsten Wochen einlagern. Oben im Haus liegen jetzt schon Kürbisse und Zwiebeln, die wir gerne vor der ersten harten Frostperiode in die Anteile geben wollen würden, damit wir es uns allen ersparen ein sehr zugiges, leider nicht frostsicheres Haus behelfsmäßig zu heizen. Dieses Jahr beschreiten wir aber auch Neuland in der Lagerung, da wir testweise ein paar Lagerboxen Rotkohl, Weißkohl und Superschmelz bei unserem lieben Nachbarn Martin Clausen vom Hof Imhorst zwischenlagern werden. Das Ziel ist es, auch noch im Februar oder März Kopfkohl in die Anteile geben zu können, was leider nur mit einer richtigen Kühlung möglich ist. Sollte sich herausstellen, dass der Kohl und so länger im Lager erhalten bleiben sollte, werden wir im kommenden Jahr unsere eh schon immer vorhandenen Träume von einer eigenen, geräumigeren Kühlung, weiter konkret werden lassen. Durch eine neue Temperatursteuerung in der kleinen Kühlzelle, merken wir jetzt schon, wie viel mehr Frische es ausmacht, wenn die Kühlung die geforderten Temperaturen auch hält – und gleichzeitig einiges an Strom spart.
Nicht vom Acker, aber trotzdem wichtiger Bestandteil unseres Hofes in Riede, sind natürlich auch unsere Apfelbäume. Auch hier, ihr habt es geahnt, haben wir ein absolutes Rekordjahr. Wie ihr in den Anteilen bestimmt schon gemerkt habt, haben wir reichlich an Tafelobst verteilen können. Und als wäre das nicht schon schön genug, fiel auch noch reichlich B-Ware vom Baum und konnte von vielen fleißigen Vereinsmitgliedern zu Apfelsaft in der Mosterei der Finkenburg vermostet werden. So wird es also dieses Jahr wieder mindestens zwei Mal von Zebras für Zebras in der kalten Jahreszeit Apfelsaft im Anteil geben. Und weil die Quitten sich dieses Jahr auch wieder von ihrer besten Seite gezeigt haben, wird es voraussichtlich neben der leckeren Marmelade aus den Beeren, auch wieder köstliches Quittengelée geben, dass fleißige Zebras für alle anderen Zebras einkochen werden.
Zu guter Letzt gibt es vom Acker noch zu vermelden, dass wir mittlerweile dazu übergegangen sind, während der kalten Monate eine Zwischenfrucht einzusäen, die die Bodenqualität ohne viel Zutun nochmal verbessert. So sprießen jetzt auf vielen, in diesem Jahr genutzten Ackerflächen Phacelia oder Wickrocken, die wir dann im kommenden Frühjahr als Gründüngung untermulchen werden.

Ernteanteile & Gemüse
Die Ernteanteile sind momentan nicht nur was einzelne Items angeht (Kürbis zum Beispiel) schön groß und vielseitig. Gleichzeitig vollzieht sich merklich ein Wandel hin zum Herbst. Waren noch vor bis vor wenigen Wochen Tomaten, Auberginen, Basilikum, Zucchini oder Salat regelmäßiger Bestandteil der Anteile, so werden diese Kulturen weniger und klassische Herbstgewächse finden den Weg auf unsere Teller. Endivien (Frisée, Blatt, Runder und Langer Radicchio, Zuckerhut), Kürbisse, Kartoffeln und auch der erste Blattkohl und die ersten Wurzeln und Kartoffeln ergänzen diesen normalen Wegfall, auch wenn manche sommerlich anmutende Kultur noch weiterhin die Anteile bereichert. Hervorzuheben sind hier die Paprika und Chilis, die jetzt erst gefühlt ihr Maximum erreichen und uns eine wunderbare Farbenpracht bescheren. In den nächsten Wochen wird es aber auch damit spürbar abnehmen und an diese Stelle werden dann die ersten Blätter aus den Folientunneln treten. Den ersten Spinat gab es diese Woche und auch der Rucola ist eine Neupflanzung, die für Herbst und Winter in der Anbauplanung genau so vorgesehen war. Des Weiteren werden wir uns auch in diesem Jahr noch über den ersten Feldsalat und die ersten Asia-Salate freuen können. Ergänzt wird dies immer mal wieder durch erstes Lagergemüse, welches zwar lecker und in gutem Zustand ist, aber den ein oder anderen Makel aufweist, der die Lagerung ungewiss erscheinen lässt und daher besser in unseren Mündern aufgehoben ist. In jedem Fall bleiben die Anteile erstmal so üppig und vielseitig, wie bisher.

Perspektiven
Am 22. November werden wir ein großes Plenum veranstalten, zu dem alle aktiven Zebras und alle Mitglieder, die Lust auf mehr Diskussion und Hintergrundinfos haben, herzlich eingeladen sind. Wir wollen uns – wie immer bei großen Plena – über wegweisende Ideen rund ums Zebra austauschen. Auf der Agenda stehen die Themen „Anteilsgröße neu denken?“, „Wem gehört das Zebra der Zukunft?“ und „Wie machen wir das Zebra sichtbarer? Und wie war das nochmal mit unserem Bildungsauftrag?“. Wir möchten außerdem in Vorbereitung auf die Mitgliederversammlung einen ersten Blick auf den Finanzplan für das kommende Jahr werfen und Spielräume diskutieren. Vorstellen möchten wir auch den Entwurf für einen neuen Vertragsentwurf für die Ernteanteile. Bisher enden die Verträge automatisch und müssen jedes Jahr neu ausgestellt werden. Diese Papierschlacht würden wir gerne hinter uns lassen und zu einem Opt-Out-Modell wechseln, bei dem die Verträge unbefristet gültig sind und erst bei Kündigung enden.
Um 9:30 Uhr solle es in den Räumlichkeiten der Neuen Pop in der Friesenstraße losgehen und gemeinsam in Kleingruppenarbeit an den drei Themen gedacht werden. Abschließen wollen wir gegen 15 Uhr nach einer Ergebnisrunde.
Seit einigen Jahren haben wir im Creative Hub in der ehemaligen Kinderklinik an der Friedrich-Karl-Straße ein Depot. Da das Creative Hub dort zu Gunsten von Wohnungen weichen muss, werden auch wir in diesem Depot mit Veränderungen rechnen müssen. Bis hier Klarheit herrscht, hat sich für die Zwischenzeit freundlicherweise das ganz nahe gelegene Wohnprojekt KARL dazu bereiterklärt, eine Fläche für einen Abholschrank bereitzustellen. Vielen Dank auch auf diesem Wege.
Noch in diesem Jahr sind ein paar Infrastrukturprojekte geplant, die die Hofsituation verbessern werden. So ist die dauerhafte und leitungsstarke Elektrifizierung des Unterstandes seit geraumer Zeit geplant und soll diesen Herbst noch umgesetzt werden. Zudem soll das reichhaltige Potential für Photovoltaik endlich genutzt und aus vielen Gesprächen endlich blauschimmernde Wirklichkeit werden, sodass ein gewisser Teil der anfallenden und nicht unerheblichen Stromkosten dadurch gesenkt werden kann. Ökostrom beziehen wir natürlich eh schon – wenn wir ihn aber selber herstellen können, warum nicht auch so!?

Verein & Organisatorisches
Derzeit ernten und liefern wir für 140 Anteile, was noch deutlich mehr ist, als vor 6 Monaten, wo wir etwa 30 Anteile weniger hatten. Diese Entwicklung ist sehr positiv zu sehen, da sie es dem Zebra ermöglicht, verlustfrei durch das Jahr 2025 zu gehen. Auch spiegelt die gestiegene Anzahl an Anteilen das Engagement vieler helfender Zebra-Hände wider, ohne die der Großteil der Leckereien nicht hätte gepflanzt, gehackt, gejätet, geerntet, gepackt und geliefert werden können.
Wie schon im letzten Newsletter erwähnt, wird das Zebra auch zunehmend attraktiv für Menschen, die eine Praktikumsstelle suchen. Die Erfahrungen, die wir in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit der Bioland Gärtnerei Rhizom (ÖkoNet – Ökologie und Personalentwicklung gGmbH) machen konnten, zeigen uns, dass das Grüne Zebra mittlerweile auch von anderen Gartenbaubetrieben gesehen wird. Wir bedanken uns bei Kevin und Rhizom für die gelungen Zusammenarbeit.
Und wenn wir schon von Sichtbarkeit sprechen, wollen wir uns auch bei allen Solawis aus der Region bedanken, welche für ein sehr fruchtbares Vernetzungstreffen auf unseren Hof gekommen sind und mit uns zusammen von Anbauplanung über praktische Arbeit bis hin zu Vermarktungsstrategien über alles sprechen konnten.
Zu guter Letzt, wollen wir noch darauf hinweisen, dass wir am 7. Dezember in Riede auf dem Weihnachtsmarkt mit einem kleinen Stand vertreten sein werden. Kommt vorbei und trinkt einen Glühwein mit uns.

Termine, Aktionen, Mitarbeit
- Samstag; 1. November 2025: Der nächste Aktionstag ist am Samstag, den 2. November. Los geht es gegen 10:00. Im Zentrum wird weiterhin die Lagerernte stehen. Superschmelz, Rote Bete und Möhren wollen den Weg ins Lager finden. Hilf Ihnen dabei!
- Samstag, 15. November 2025: Es wird dieses Jahr wieder einen Obstbaumschnittkurs geben. Damit es in den nächsten Jahren weiter leckere Äpfel, Birnen, Zwetschgen in den Anteilen gibt, müssen die zahlreichen Obstbäume auf dem Gelände geschnitten werden. Wenn Ihr schon immer mal wissen wolltet wie das geht, kommt rum! Meldet euch bitte an, damit wir besser planen können:
mitglieder@das-gruene-zebra.de Teilnahmegebühr 5€ in Bar mitbringen.
Hier ein kurzer Programmablauf:
9-12 Uhr Einführung in die Theorie
12-13 Uhr gemeinsames Mittagessen
13-16 Uhr Praxisteil am Baum
Falls Ihr habt, bringt gern mit: Rosenscheren, Handschuhe, festes Schuhwerk für die nasse Wiese, warme Klamotten und sehr gern etwas für das gemeinsame Mittagessen.
Save the Date
- Mittwoch, 12. November 2025: Das Forum Küche veranstaltet einen Vortragsabend mit Prof. Dr. Nico Paech zum Thema „Regionalökonomie & Solidarische Landwirtschaft“. Wir sind auf dem anschließenden Podium vertreten. Ab 18:30 gehts los im Bamberger Haus, Faulenstraße 69.
- Sonntag, 07. Dezember 2025 – Das Zebra wird mit einem Stand auf dem Weihnachtsmarkt in Riede vertreten sein. Komm auf einen Glühwein vorbei!
- Sonntag, 25. Januar 2026 – Diesmal wird die Mitgliederversammlung des Vereins Das Grüne Zebra – Solidarische Landwirtschaft in Riede e.V. online veranstaltet werden. Alles Weitere dann in der fristgerechten Einladung per Mail.
- Sonntag, 22. Februar 2026 – Bietrunde 2026! Wir werden uns dieses Jahr wieder – in echt und in Farbe – zur gemeinsamen Bietrunde für das kommende Gartenjahr treffen. Wie Ihr wisst, laufen die Anmeldungen. Alles weitere folgt!

| Bis bald und viele Grüße Eure Zebras |
| Redaktion dieses Newsletters: Henri Möllers Verantwortlich für den Inhalt im Sinne des Presserechts: Das Grüne Zebra – Solidarische Landwirtschaft in Riede e.V. Kaiserdamm 14a 27339 Riede |
































































