Liebe Mitglieder und Freund*innen des Grünen Zebras,
wir befinden und etwa Anfang August 2026 und haben die heißesten Tage seit Aufzeichnung der Wetterdaten erlebt, ein Tornado ist über unseren Zwiebelacker gejagt und blutrünstige Schwärme von Bremsen stürzen sich auf alles was sich bewegt. Was klingt wie ein Trailer für einen Texas-Western, scheint in Zeiten der Klimakrise auch im Niedersächsischen Riede mittlerweile Teil der Realität zu sein. Gleichzeitig – wie das bei Krisen immer so ist – gibt es in dieser Hofpost gleichzeitig viele gute Neuigkeiten zu berichten: Neues Gemüse, neue Technologien und ein neues Ackergefühl.

Neues vom Acker
Das dominierende Thema in den letzten Wochen, war die sengende Hitze, die sich über alles gelegt hat. Auch in den Gewächshäusern und auf den Äckern war dieser Hitze nicht zu entkommen. Die Angestellten des Vereins und die zahlreichen Mitglieder des Zebras haben sich mit reichlich Sonnencreme, Hüten und kalten Lappen gegen die Hitze wappnen können und sind mitunter früher angefangen, um die kalten (also weniger warmen) und dunklen Morgenstunden nutzen zu können.
Die Pflanzen haben diese Temperaturen erstaunlich gut wegstecken können. Allerdings haben erstaunlicherweise die wärmeliebenden Paprika viele grüne Früchte abgeworfen, was wir als Stressreaktion auf mitunter mehr als 50 Grad warme Folientunnel interpretieren. Wir hoffen auch, dass die dieses Jahr mal wieder sehr zahlreichen Fruchtansätze bei den Obstbäumen nicht abgeschmissen werden.
Was uns zuversichtlich stimmt, ist, dass es dieses Jahr recht zuverlässig zwischen den Hitzeperioden auch immer mal Regentage gibt, die sowohl für die Ackerkulturen, als auch für die Bäume zwischendurch ein paar Verschnaufpausen im Verdunstungsstress darstellen. Aber so ehrlich müssen wir auch zu uns sein: Ohne künstliche Bewässerung und Beregnung würde unser Gemüse nichts werden. Hierbei sind wir dieses Jahr, Dank der letztjährigen Investitionen in eine zweite Pumpe und angeschlossene Beregnungsinfrastruktur, deutlich arbeits- und zeiteffizienter unterwegs und können die notwendige Menge Wasser auf die Äcker bekommen.
Ein Ergebnis dessen sind die Zwiebeln, die dieses Jahr perfekt gestartet sind und auch in der Folge dank Hacken und Beregnen perfekt zugelegt haben und denen selbst ein kleiner Tornado nichts anhaben konnte. Sie sind eigentlich in ein paar Wochen reif für die Lagerernte.
Gleichzeitig zeigt sich dieses Jahr mal wieder, das weniger mehr Ist. In den letzten Jahren haben wir immer sehr viel Zeit in das Hacken und Jäten von Möhrenkulturen gesteckt – leider immer mit bescheidenem Ertrag. Dieses Jahr haben wir als Learning die Beetmeter Möhren drastisch gekürzt – und siehe da: Die (wenigen) Möhren entwickeln sich prächtig. Und was noch viel deutlicher ins Auge fällt: Alle Äcker sehen aus wie geleckt! Ein komplett neues Ackergefühl! Noch nie haben wir es hinbekommen, dass eigentlich alle Kulturen krautfrei stehen, was nur dadurch möglich ist, dass die notwendigen Hackgänge zur richtigen Zeit gemacht werden und auch realistisch bewältigt werden können. Hierbei wird natürlich so viel wie möglich mit dem Trecker gearbeitet. Es ist aber auch wieder mal an dieser Stelle hervorzuheben, dass ohne die zahlreichen Zebras, die in ihrer Freizeit auf den Acker kommen und die Hacke schwingen, niemals so tolles Gemüse möglich wäre!
Das Zebra ist so fantastisch wie seine Mitglieder!

Ernteanteile & Gemüse
Viele von Euch haben sich bestimmt im ersten Moment gefragt, was diese dicken, fleischigen, eher an Sukkulenten erinnernden Zweige im Anteil sein sollen. Dürfen wir vorstellen? Sommerportulak. Ein Superfood, das Omega-3-Fettsäuren und viele wichtige Vitamine enthält – und obendrein noch richtig gut schmeckt! Wir haben diese schnellwachsende Freilandkultur angebaut, damit wir einen Ersatz für den Malabarspinat haben, der zwar sehr beliebt, aber in der Ernte und Kulturführung ungleich aufwändiger ist und uns unnötig lange Aufenthaltszeiten im sommerlichen Gewächshaus beschert hat. Viele finden: Eine gute Entscheidung, mal neues Gemüse auszuprobieren!
Außerdem dieses Jahr mal wieder mit von der Gemüse-Partie: Die Bratpaprika (Padrones). Diese schnellwachsenden und reich tragenden Paprikas lassen sich scharf in Olivenöl angebraten und mit Meersalzflocken zu einem einfachen aber sehr leckeren Tapas-Gericht verarbeiten.
Und vielleicht haben es einige auch schon bemerkt: Wir haben dieses Jahr wieder mehr Kräuter in den Anteilen. Neben dem ja fast schon obligatorischen Genovese- und Zitronenbasilikum haben wir es dieses Jahr endlich geschafft, mittels eines Lochvlieses einen unkrautfreien Kräuterstreifen anzulegen. Leckerer Schnittlauch, Minze und Bergbohnenkraut sind die ersten Boten dieses Kräuterstreifens.
Jahreszeitentypisch beginnt jetzt die Zeit des Fruchtgemüses. Die erste Zucchini-Welle ist schon auf uns losgerollt und auch die Gurken stehen dieses Jahr besser da als je zuvor. Ebenso sind die Lila Stangenbohnen, Tomaten und Paprika in der Kulturführung dieses Jahr exzellent gelungen und versprechen eine gute Ernte – auch wenn sich noch zeigen wird, ob die brutale Hitze ihre Auswirkungen hatte, oder wir nochmal glimpflich davon gekommen sind.
Und wovon viele noch nichts mitbekommen haben, sind die zahlreichen Mitglieder-Hände, die in den vergangenen Wochen fleißig in den Himbeeren und Johannisbeeren unterwegs waren und die Ernte in ihren Frostern für die Zebras-für-Zebras-Marmeladenproduktion zwischengelagert haben. Wir werden uns das Ergebnis wieder im Winter auf den Zungen zergehen lassen können. Danke!

Perspektiven
Eine Überlegung, die seit den ersten Tagen des Zebras existiert, wurde nun endlich angegangen: Wenn die Sonne scheint, braucht das Zebra viel Strom, weil Kühlung und Wasserversorgung durch Pumpen mehr oder weniger konstant laufen müssen. Deswegen liegt nichts näher, als mittels Photovoltaik die unweigerlich anfallenden Stromkosten im Rahmen zu halten. Mit einem ersten, gespendeten, PV-Balkonkraftwerk auf dem Dach des Hauses wollen wir die Möglichkeiten ausprobieren, die sich uns durch diese Technologie bieten. Vielen Dank an alle die daran mitgewirkt haben! Des Weiteren gehen wir weiter das Hausdach an und kümmern uns um die Sanierung der morschen Wetterbretter und haben hierfür das Haus giebelseitig eingerüstet, sodass wir hoffentlich mit einem trockenen Dach in den kommenden Herbst gehen können.
Des Weiter haben wir immer noch ein paar Ernteanteile frei, die wir auch benötigen, um am Ende des Jahres den Finanzplan für 2026 gut einhalten zu können. Wenn Ihr also Freund*innen oder Bekannte habt, die einen Anteil haben wollen: Jetzt ist mit Tomaten, Gurken, Paprika und Zucchini die Sahne-Zeit, um mit einem Anteil beim Zebra einzusteigen. Das wäre auch im Rahmen eines Probeanteils möglich – also drei Monate ausprobieren und danach entscheiden, ob man bis zum Ende der Saison bleibt.


Verein & Organisatorisches
Am Samstag, den 26.9.2026 wollen wir ein Sommerfest auf dem Hof veranstalten. Livemusik mit Bands, aber auch Auflegerei mit DJs in den Abend- und Nachtstunden ist geplant. Tagsüber wird es Hofführungen und eine Bienenführung mit Bienenulli geben. Auch ein kleines Rahmenprogramm für Kids ist in Planung. Außerdem wird es ein Mitbring-Buffet und kalte, wie warme Getränke geben. Und wenn alles bei der Ernte klappt, könnte es auch die ersten Kartoffeln des Jahres mit Quark oder Leinöl zu essen geben. Und wie jedes Jahr freuen wir uns über alle, die über Nacht etwas abseits der nächtlichen Musik ihr Zelt aufschlagen wollen oder mit ihrem Bulli/Camper auf unseren Flächen stehen und gemeinsam mit uns feiern und am nächsten Morgen frühstücken wollen.
Wenn wer Lust hat, sich beim Sommerfest einzubringen, sei es durch eigene Programmpunkte oder auch “nur“ durch Thekenschichten oder bei Auf- und Abbau – bitte gerne bei Milan oder wie auch immer in den Messenger-Gruppen oder per Mail melden.

Termine, Aktionen, Mitarbeit
- Samstag, 1. August ab 10 Uhr:
Wir wollen ab 10:00 zusammen die Zwiebeln fürs Winterlager ernten. Die Zwiebeln sind dieses Jahr noch schöner und größer geworden als letztes Jahr und stehen kaum im Kraut. - Samstag, 26. September: Sommerfest! Wer sich einbringen will, kann sich gerne melden. Es wird super! Flyer und Plakate kommen noch 😉


| Jetzt seid Ihr wieder auf dem neuesten Stand! Bis bald und viele Grüße Eure Zebras |
| Redaktion des Newsletters: Henri Möllers Verantwortlich für den Inhalt im Sinne des Presserechts: Das Grüne Zebra – Solidarische Landwirtschaft in Riede e.V. Kaiserdamm 14a 27339 Riede |
